Sinnlos.

Ich bin aufgestanden. 

Um direkt wieder ins Bett zu gehen.

Ich habe mir Kaffee gemacht. 

Um ihn Stunden später wieder in den Ausguss zu schütten. 

Ich bin losgelaufen.

Um nach nur 100m wieder umzudrehen.

Ich habe das Buch aufgeschlagen.

Um es ungelesen nach kurzer Zeit wieder zu schließen.

Ich bin eingeschlafen.  
Um von diesen Träumen wieder wachgerüttelt zu werden.

Ich habe mir etwas zu Essen gekocht.

Um es ohne auch nur zu kosten wieder kalt werden zu lassen. 

Ich bin in den Zug zu dir eingestiegen.

Um an der nächsten Station wieder auszusteigen.

Alles sinnlos. Aber das ist nun mal der Sinn meines Lebens. 

Reset.

Reset.
Drückst die Tasten, wenn dein Smartphone nicht mehr funktioniert.

Klickst den Button, um den Rechner neu zu starten.

Alles so leicht.

Aber für das Leben gibt es kein Reset. 

All dein Gepäck wird dich begleiten, auch wenn du zum nächsten Level weiterziehst. 
Für immer ein Teil von dir. 

Tag. 

Tage wie dieser.

Die Sonne scheint.

Es regnet.

Tage wie dieser.

Glück. 

Schmerz.

Tage wie dieser.

Alles haben.

Alles verlieren.

Tage wie dieser.

Liebe.

Hass.

Tage wie dieser. 

Wir lachen.

Wir weinen.

Wir zerbrechen an Tagen wie diesem. 
19-2=17. 

Liebe. 

Liebe.

Dieses große Wort. Das Wort, dass so oft viel zu leichtfertig benutzt wird. Das man sagt, um etwas für einen sehr großartiges zu beschreiben. 

Wenn man es richtig begriffen hat, merkt man erst wie verschwenderisch man damit umgegangen ist. Man hat Personen, Dinge, Momente „geliebt“, die in keiner Weise dieses Wort verdient hatten. 
Liebe ist so viel mehr, als man sich vorstellen kann bis zu dem Zeitpunkt, wo sie tatsächlich da ist.  

Dann stellt sie alles andere in den Schatten und ist so ein mächtiges, unvorstellbar riesiges Gefühl, das einen überrollt, verschluckt und gefangen hält.

Man kann suchen – tagtäglich suchen Milliarden Menschen nach ihr. Man wird sie nicht finden. Sie ist so unvorhersehbar, nicht planbar, nicht steuerbar. 

Sie passiert. Und wenn der Moment da ist, weiß man es. „DAS ist Liebe!“ – schallt es durch Kopf, Herz, Bauch und wirft alles bisher dagewesene einfach mit den Wellen, die es schlägt, um.
Richtig oder falsch kennt sie nicht. Sie ist einfach da. Und überlässt es uns sie zu vergolden oder sie wegzuwerfen. Aber egal, für welchen Weg wir uns entscheiden – da sein wird sie immer. Und wir können nichts dagegen tun. Weil sie uns endlich gefunden hat. Nicht wir sie. 

Jetzt stehen wir hier, im Dunkeln, im Regen. Du schreist mich, ich schweige dich an. 

Zwei halbe Menschen -tränenüberströmt. Verzweifelt. Weil wir doch nichts dagegen tun können. Weil sie uns gefunden hat. Und das großartigste aller Gefühle zerstört uns eben so wie es uns zusammenfügt. 
Die Liebe. 
Für Max.
In Liebe, deine Anna ! 

Änderungsliebe. 

Ich habe einen Plan. Das hatte ich bereits erwähnt, daher ist es total sinnfrei, es nochmal zu sagen, aber: genau darum geht es. 

Mein Plan gilt in erster Linie für mich. Ich trage Termine ein, ich organisiere drum herum. Damit ich es leichter habe. 

Nun ist es aber so, dass ich zwar mein eigenes Leben lebe, aber nicht alleine auf dieser Erde verweile. Manchmal bin ich mir nicht so sicher, ob andere Menschen tatsächlich auch einen. Plan im Leben verfolgen, aber es gibt sie: die anderen. Die, die dazu gehören, egal ob ich das möchte oder nicht. Leute, die meinen Plan beeinflussen – ob SIE das nun möchten oder nicht. 

Es gibt Arbeitskollegen, die ihre Arbeit nicht machen und deren Fehler ich dann ausbügeln muss, weswegen ich doch nicht wie geplant pünktlich Feierabend machen kann. Da ist die Familie, die plötzlich erkrankt und spontane Besuche erwartet, obwohl die Zeit eh knapp ist. 

Der Kerl, der eigentlich so gar nicht ins Konzept (weder ins Lebenskonzept noch ins „Beuteschema“) passt, aber unerwartet in mein Leben stolperte, wirft alle Planung ebenso über den Haufen, wie die Freundin mit dem x-ten Liebeskummer, die an meinem eingetragenen Laufabend telefonische Seelsorge benötigt. 

Da ist der Ex-Mann, der just in dem Moment, wo ich einen großen Schritt Richtung Zukunft machen möchte und bereits alles dafür in die Wege geleitet habe, noch größeren Mist baut und mich mit einem enormen Paket an Problemen allein lässt und sich im unpassendsten aller Augenblicke 400km weit entfernt in sein neues Nest setzt. 

Jo, ich habe einen Plan. Der sich täglich ändert. Weil ich zwar für mich verantwortlich bin, nicht aber für andere Menschen (die Therapeutin wird nicht müde, mir dies jede Stunde aufs neue einzutrichtern! Jaaaa, ich habe es begriffen.) Mein Umfeld existiert und lebt vor sich hin – genau wie ich ist jeder eigenverantwortlich. Und so passiert es halt, dass die Pläne der anderen mit meinen zu kollidieren scheinen. Oder sich zumindest tangential berühren und dadurch in andere Richtungen lenken. Thats life. 

Diese Änderungen haben mir früher Panikattacken verschafft und mich verzweifeln lassen. Ich weiß nicht, wie ich die folgende These belegen soll, aber ich glaube, durch das tägliche Yoga habe ich gelernt, damit zu umgehen. Yoga ist Flow! Ein steter Fluß von Atem und Bewegung. Ebenso wie das Leben. Das bewegt sich halt auch ständig und läuft nicht stur nach „meinem“ Plan. 

Mittlerweile weiß ich: das ist gut so! Und diese Änderungen helfen mir vielleicht auch andere Richtungen zu betrachten und mich zu einer spontanen Abweichung vom Plan hinreißen zu lassen. Ich bin da flexibel. Geworden. Weil das Leben mir keine Wahl lässt. Aber dennoch verfolge ich meine Ziele, egal wieviele Hürden noch auf meinen Weg gestellt werden. Vielleicht muss ich einen Umweg nehmen. Aber das ist grad ganz schön okay

Planliebe.

Ich habe einen Plan. Nein, sogar einige Pläne. Ein Tag hat 24 Stunden, eine Woche 7 Tage. Das ist viel Zeit und dennoch noch zu wenig für 4 Jobs, Marathontraining, Fußballtraining, sonstige „Kindertermine“. Ich habe für mich gelernt, dass ich Pläne benötige, um meine Seele vor dem Chaos zu bewahren – seitdem liebe und lebe ich mein strukturiertes Leben. 

Funktioniert ganz gut. Eigentlich. Mein Lieblingswort relativiert die Bedeutung des Wortes gut. Aus einem „gut“ wird dank eigentlich ein „geht so“, was aber ja immer noch besser ist, wie zu sagen „Funktioniert nicht.“ 

Durch meinen Hang zur Organisation wird es mir nie passieren, dass ich einen Termin vergesse, der Kühlschrank leer ist oder ich Freitag feststelle, dass das Kind nicht mehr genug saubere Boxershorts für das Wochenende bei Papa im Schrank hat. 

Die diversen Arbeitszeiten und -orte, Trainingsläufe, Schul- und Freizeittermine des Kindes sind genau notiert – ebenso Freiräume zum Wäsche waschen, einkaufen, Haushalten, sowie wann das Kind welches besondere „Gepäck“ für Fußballtraining, Übernachtung oder Kindergeburtstag nach der Schule braucht. 
Ich stehe immer unter Strom. Muss ich, denn ich bin Einzelkämpferin. Ich ziehe in den Krieg, aber keiner zieht mit, wie die Jungs aus Karl-Marx-Stadt so schön singen. 

Alles ist getaktet. Der Plan wird alle paar Tage mal angeschaut, um sicher zu gehen, dass mein „Brain“ wirklich alles richtig gespeichert hat. Tatsächlich ist es so wie mein Französischlehrer immer behauptet hat: was man einmal schreibt, merkt man sich. Eigentlich brauch ich die Pläne am Küchenschrank nicht – aber sie sind ein gutes Backup und vielleicht ja auch ganz dekorativ. 

Ab und zu fällt mir allerdings doch auf, dass ich etwas Entscheidendes vergessen habe in die Pläne aufzunehmen – nämlich die Pausen! 

Zeit ohne Arbeit. Ohne Sport. Ohne irgend etwas zu tun. 

Das wäre Zeit zum Lesen, zum Freunde treffen (die wissen gerade nur noch dank Whatsapp-Status, wie es mir so geht und was ich treibe..), zum Schreiben. Jaaaaa, ich hatte einfach keine Zeit zum Bloggen 😦

Es gab eine Zeit, da hab ich spontan Pläne übern Haufen geschmissen, um schöne Dinge zu machen, die mir gut tun. Das war neu für mich – so ganz und gar nicht Kathy – aber großartig! 
Heute Morgen bin ich aufgewacht, um 6:45 aus dem Bett gesprungen – ich habe noch soooo viel zu erledigen, dachte ich. Das stimmt auch, es steht einiges an, was ich in Angriff nehmen muss. Müsste. Denn jetzt lieg ich auf meiner Couch und hole die Pause der letzten 3 Wochen nach, die nicht im Plan steht. Einfach so. Verrückt. 

  

Vielleicht liegt es an Max Herre, der sich gestern mal wieder ganz tief in mein Herz gesungen hat. Von gehetzten Gesichtern, von nackten Füßen im nassen Rinnstein, von Komik und Tragik. Immer wieder macht er mir mit seiner Musik klar, was ich versuche mit täglichem Yoga zu leben: liebe das Leben. 

Entschleunigung, achte auf die kleinen Momente – und vor allem: Halt dich an deiner Liebe fest!

Ich habe gelernt besonders einen Menschen zu lieben und zwar mich selbst. Das fällt mir oft schwer, aber heute morgen fiel mir auf, wie sehr ich es in letzter Zeit vernachlässigt habe. Deswegen: scheiss auf den Plan! Ich bin mal raus. Für heute zumindest. Weil ich die Liebe meines Lebens bin. Ich bin ich – denn alle anderen sind schon besetzt. 

Yeah! 

Geburtstagsliebe.

Vor einem Jahr stand ich auf der beschissenen Brücke. Ihr habt mich stundenlang gesucht. Und nicht gefunden. Aber vielleicht habe ich mich da selbst gefunden. An meinem 30. Geburtstag. Den ich so gehasst habe. 

Dieses Jahr ist alles anders. Ich habe wohl mit Abstand die beschissensten 365 Tage seit ich denken kann hinter mich gebracht. Es war ein ewiges Auf und Ab. Ich habe gelitten, geheult, geliebt und gehasst. Und vor allem eins: gelernt! 

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das verhasste Jahr mit der 3 und der 0 mir so viel Erkenntnisse liefern würde? 

Werde ich etwa doch erwachsen?! Oh mein Gott, das geht nicht. Ich habe geschworen, es nie zu sein. Wie Peter Pan will ich leben und mich nach Nimmerland verziehen, wenn’s mir zu viel wird. Nope. Mission failed! Wenn ich eins gelernt habe im letzten Lebensjahr, dann wohl, dass ich nicht weglaufen kann und das man manche Träne halt heulen muss, um danach wieder klarer zu sehen. 

Das habe ich jetzt getan. Aber dann auch mal genug, wa?! Jetzt sehe ich die Dinge anders. Ich habe erkannt, was mir wichtig ist. Und welche Menschen mir was bedeuten. Ich weiß jetzt, wie falsch andere sein können und wie sich Hass bis aufs Blut anfühlt. Noch nie wurde ich so ekelhaft behandelt, nie vorher wurde ich gleichzeitig still und heimlich doch so geliebt.  Ich habe den ganzen Regenbogen eingepackt – das Gute, das Schlechte. 

Morgen feiere ich mit Menschen, denen ich wirklich was bedeute die 29+2. ICH schmeiß ne Party. Wooohooo..das letzte und einzige Mal gab es das an meinem 18. Aber morgen will ich anders ins neue Lebensjahr starten. Also – Spaß bitte zu mir! 

Das Schlechte hat sich wie ein Omen bereits von mir gelöst. Heute habe ich meinen Schlüsselanhänger verloren. Den Helden. Was mir mal alles bedeutet hat, liegt jetzt irgendwo auf der Straße oder im Gulli. Und alles andere wird ihm später folgen. Ich habe es alles eingepackt und wenn ich später wieder auf dieser Brücke stehe:

Goodbye, alter Mist! 

Ich starte ohne dich ins neue Lebensjahr. Dafür mit Erkenntnissen, Spaß und Liebe von Menschen, die wissen, was dieses Wort wirklich bedeutet. Ich bin mehr wert, das weiß ich jetzt endlich wieder. Und wer das nicht so sieht, braucht sich nicht mehr bei mir blicken lassen. Mit 31 bin ich gross genug, das durchzusetzen. 

Yeah.